Rückblick: Sommertagung in Greifswald setzt Impulse für die Demokratiearbeit

Wie steht es um die Demokratie in Deutschland und welche Rolle spielt politische Bildung vor Ort? Mit diesen Fragen beschäftigte sich die Sommertagung „Klare Kante & Dialog“ im Pommerschen Landesmuseum in Greifswald. Fachvorträge und Workshops boten den Teilnehmenden die Möglichkeit, aktuelle Entwicklungen einzuordnen und Erfahrungen aus der Praxis zu diskutieren.

Fachlicher Austausch zu aktuellen Herausforderungen

Zur Sommertagung kamen Engagierte aus Vereinen, Initiativen, Kommunen, Bildungseinrichtungen und der Verwaltung zusammen. Veranstaltet wurde sie von der Landeskoordinierungsstelle für Demokratie und Toleranz in der Landeszentrale für politische Bildung Mecklenburg-Vorpommern gemeinsam mit der Geschäftsstelle des Bündnisses „WIR. Erfolg braucht Vielfalt“.

Zum Auftakt wurden die Gäste begrüßt von Jochen Schmidt, Direktor der Landeszentrale für politische Bildung M-V, Dr. Eckart Schörle, Referent der Landeskoordinierung Demokratie und Toleranz, und unserer Geschäftsführerin Roswitha Bley.

Jochen Schmidt verwies auf die bevorstehenden Aktionen zur Landtagswahl:

„Wir bringen den analogen Wahl-O-Mat gemeinsam mit dem Volkshochschulverband auf mindestens zwei Touren durch das Land. Er wird in allen Regionen Mecklenburg-Vorpommerns Station machen und bietet einen guten Einstieg in Diskussionen über politische Themen.“

Demokratie auf dem Prüfstand

Einen Schwerpunkt der Tagung bildete der Vortrag von Tobias Jaeck von der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg. Unter dem Titel „Demokratie auf dem Prüfstand – Ergebnisse des Deutschland Monitors“ stellte er aktuelle Erkenntnisse zu politischen Einstellungen und gesellschaftlichen Entwicklungen vor.

Dabei wurde deutlich, dass viele Menschen die Demokratie grundsätzlich unterstützen, zugleich aber Unsicherheiten und Vertrauensverluste wahrnehmen. Die vorgestellten Ergebnisse lieferten eine Grundlage für die anschließende Diskussion über politische Teilhabe und gesellschaftliche Verantwortung.

Politische Bildung in ländlichen Räumen

Anschließend sprach David Jugel von der John Dewey Forschungsstelle für die Didaktik der Demokratie an der Technischen Universität Dresden über politische Bildung außerhalb großer Städte.

Unter dem Titel „Brückenräume, Rucksackveranstaltungen und Entlastungsangebote“ zeigte er anhand konkreter Beispiele, wie politische Bildungsangebote Menschen in ländlichen Regionen erreichen können. Dabei ging es unter anderem um niedrigschwellige Formate und die Frage, wie Beteiligung vor Ort gestärkt werden kann.

Workshops mit Praxisbezug

Am Nachmittag standen Workshops und Austauschforen im Mittelpunkt der Sommertagung. Dabei ging vor allem um konkrete Erfahrungen aus der Praxis der Demokratiearbeit.

Die Teilnehmenden konnten zwischen verschiedenen Themen wählen. Im Workshop „Distanzierungsprozesse initiieren“ wurde darüber diskutiert, wie Menschen bei der Abkehr von demokratiefeindlichen Einstellungen begleitet werden können. Dabei standen Fragen nach Haltung, Orientierung und dem Umgang mit Provokationen im Mittelpunkt.

Weitere Workshops widmeten sich den Themen: Umgang mit Demokratieskepsis, respektvolle Gesprächskultur, die Rolle digitaler Kommunikation und den Herausforderungen in Beratungssituationen.

Ausblick

Die während der Tagung diskutierten Themen werden die Arbeit vieler Organisationen und Initiativen auch in den kommenden Monaten begleiten. Die Landeskoordinierungsstelle für Demokratie und Toleranz sowie das Bündnis „WIR. Erfolg braucht Vielfalt“ werden weiterhin Gelegenheiten für Austausch und Zusammenarbeit schaffen.

Weiterführende Links:

Podcast der John Dewey Forschungsstelle für die Didaktik der Demokratie

Bundesprogramm Demokratie leben

Ergebnisse des Deutschland Monitors 2025