Gemeinsam für Vielfalt: Gedenken in ganz M-V

Mit einer Gedenkkundgebung auf dem Schweriner Marktplatz wurde an die Opfer des Anschlags in Berlin vom vergangenen Samstag erinnert. Zirka 350 Menschen kamen zusammen, um ihre Solidarität mit der queeren Community zu zeigen und gemeinsam ein Zeichen für Vielfalt, Menschenwürde und ein friedliches Miteinander zu setzen.

Auch Vertreterinnen und Vertreter aus Politik, Kirche und Zivilgesellschaft richteten sich mit klaren Botschaften an die Teilnehmenden. Mecklenburg-Vorpommerns Innenminister Christian Pegel bezeichnete den Anschlag als einen Angriff auf die Freiheit aller Menschen:

„Ein feiger Angriff auf Menschen, die friedlich zusammenkommen, ist ein Angriff auf den respektvollen demokratischen Diskurs und damit auf uns alle.“

Anschließend bedankte sich Pegel bei den zahlreichen Teilnehmerinnen und Teilnehmern für ihre Solidarität und ihr klares Bekenntnis zu einer offenen Gesellschaft. Er betonte, dass der Staat die Sicherheit friedlicher Versammlungen auch künftig gewährleisten werde. Besonders schutzbedürftige Menschen müssten sich darauf verlassen können, dass ihre Grundrechte geschützt werden. Gleichzeitig rief er dazu auf, Hass und Extremismus nicht auf ganze Bevölkerungsgruppen zu übertragen. Seine Botschaft sei eindeutig: Die vielfältige Gesellschaft dürfe sich nicht einschüchtern lassen, sondern müsse gerade jetzt Zusammenhalt zeigen.


Justizministerin Jacqueline Bernhardt betonte, dass Hass und Hetze nicht das gesellschaftliche Miteinander bestimmen dürften. Die große Solidarität vor Ort mache Mut und zeige, dass sich viele Menschen weiterhin entschlossen für gleiche Rechte und eine offene Gesellschaft einsetzen.

Pröpstin Antje Exner aus der Propstei Wismar fand eindringliche Worte. Sie fragte:

„Ich verstehe nicht, mit welchem Recht sich Menschen herausnehmen, Gott zu spielen.“

Zugleich rief sie dazu auf, sich nicht einschüchtern zu lassen: Veränderung werde nur sichtbar, wenn Menschen sichtbar seien. Der Anschlag dürfe nicht zu Angst und Rückzug führen, sondern müsse den Einsatz für Menschenwürde und Zusammenhalt stärken. Die Kirche stehe an der Seite derjenigen, die sich für Vielfalt und Respekt einsetzen.

Organisiert wurde die Kundgebung vom LSVD Queer Mecklenburg-Vorpommern e.V., dem Landesverband für queere Vereine, Gruppen und Einzelpersonen. Dessen Vorsitzender und WIR-Unterstützer Sebastian Witt machte auf der Kundgebung deutlich:

Wir wünschen uns, dass Leute gemeinsam mit uns Flagge zeigen. Dass sie auf die CSDs gehen und sagen: Wir stehen hinter der Queer-Community – Wir unterstützen euch. (…) Wichtig ist, dass wir uns nicht spalten lassen.“

Schwerins erster stellvertretender Oberbürgermeister Bernd Nottebaum dankte dem CSD Schwerin für die kurzfristige Organisation der Gedenkkundgebung und den vielen Menschen, die mit ihrer Teilnahme Solidarität zeigten. Die am Rathaus gehissten Regenbogenflaggen unterstrichen das klare Bekenntnis der Landeshauptstadt zu einer vielfältigen Gesellschaft.

Die Gedenkkundgebung machte deutlich: Gewalt und Menschenfeindlichkeit dürfen keinen Platz in unserer Gesellschaft haben. Die große Beteiligung setzte ein sichtbares Zeichen der Solidarität mit den Opfern und ihren Angehörigen sowie mit allen Menschen, die von queerfeindlicher Gewalt betroffen sind. Als Initiative WIR. Erfolg braucht Vielfalt stehen wir für eine demokratische Gesellschaft, in der alle Menschen unabhängig von ihrer sexuellen Orientierung, geschlechtlichen Identität, Herkunft oder Religion frei und ohne Angst leben können. Gerade in Zeiten zunehmender Polarisierung bleibt es wichtig, gemeinsam Haltung zu zeigen und für Respekt, Vielfalt und Demokratie einzustehen.

Die Kundgebung in Schwerin war Teil einer landesweiten Solidaritätsaktion. Auch in Rostock, Greifswald,Waren und Neubrandenburg kamen Menschen zum gemeinsamen Gedenken zusammen.