Mit einer Festveranstaltung hat der Landtag Mecklenburg-Vorpommern in Zusammenarbeit mit der Landesbeauftragten Mecklenburg-Vorpommern für die Aufarbeitung der SED-Diktaur, der Landeszentrale für politische Bildung M-V, der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Norddeutschland, den Erzbistümern Berlin und Hamburg sowie der Stadt Waren am Mittwoch an die Friedliche Revolution vor 30 Jahren erinnert. Die Festveranstaltung fand in Waren statt, da es hier 89 die erste öffentliche Demonstration im Nordosten für Demokratie und Freiheitsrechte gegeben hat.
Los ging es um 16:00 Uhr auf dem Neuen Markt, der von Info-Ständen und Mitmachangeboten verschiedener Vereine und Institutionen umrahmt war, mit Zeitzeugengesprächen und Filmsequenzen des NDR. Auch die Landesinitiative WIR. Erfolg braucht Vielfalt war mit einem „Runden Tisch 02 – Speed Dating zu politischen Themen“ und einem Info-Stand vertreten. Neben den Warener Bürgerinnen und Bürgern nahmen zahlreiche Landespolitiker und Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens an dem Festakt teil. Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (SPD) sagte, sie habe allergrößten Respekt vor allen, die im Herbst 1989 und in den Jahren zuvor für Meinungsfreiheit, Pressefreiheit, Reisefreiheit, Demonstrationsfreiheit und freie Wahlen eintraten. „Wir haben allen Grund, den Bürgerinnen und Bürgern zu danken, die damals auf die Straße gegangen sind und mutig Veränderungen eingefordert haben“, so Schwesig.
Den Festvortrag in der St. Marien-Kirche hielt der Theologe und Politiker Markus Meckel. Er war von 1982 bis 1988 evangelischer Gemeindepastor in Vipperow (Müritz) und später einige Monate lang DDR-Außenminister. Die friedliche Revolution sei eine mitteleuropäische Revolution gewesen, sagte Meckel. Man könne an sie nicht angemessen erinnern, ohne den Zusammenhang mit Polen, Ungarn, der Tschechoslowakei und der Sowjetunion anzusprechen. Deshalb gehörten diese europäischen Nachbarn eigentlich zu jeder Feier des Mauerfalls als Gäste dazu.
Landtagspräsidentin Birgit Hesse sagte, sie habe manchmal den Eindruck, dass die Herausforderungen, Schwierigkeiten und auch Enttäuschungen der Nachwendezeit dazu geführt hätten, dass das Erinnern an die friedliche Revolution „nicht den Stellenwert hatte, den es haben sollte“. Deshalb müsse auch der persönliche Austausch über das, was war, fortgeführt werden.
Nach dem Festakt waren die Bürgerinnen und Bürger der Stadt eingeladen, sich an den Ständen zu informieren und den Abend bei Live-Musik der Warener Gruppe „Black Tigers“ ausklingen zu lassen.

Quelle: NDR