Am 2. Oktober 2026 fand zum zweiten Mal das Kulturfest „Kleine Festivität“ rund um die historische Johanniter-Kirche in Groß Eichsen statt. Das diesjährige Thema „Weglaufen?!“ wurde im Programm vielfältig aufgegriffen in Kunst, Literatur, Schauspiel, Musik und in Gesprächsrunden.
Eine meiner Erkenntnisse: Dass man vielleicht manchmal übers Weglaufen reden muss, damit niemand weglaufen muss.
– Steffen Dobbert, Journalist und Autor
Eröffnet wurde die Festivität mit dem Theaterstück „Weglaufen werde ich nie!“ über den Journalisten, Dichter, Pazifisten und sozialdemokratischen Widerstandskämpfer Felix Fechenbach. Ein beeindruckendes Stück mit Puppenspielsequenzen.
In der Kirche wurden Werke der ukrainischstämmigen Künstlerin Daria Gabruk ausgestellt, die mit ihrer Serie „Schwesternschaft“ 32 Frauenschicksalen nachspürt – auf den Bildern sieht man die Fingerabdrücke von emigrierten Frauen, die aus ihrem gewohnten Umfeld herausgerissen wurden und sich in der Umgebung eines anderen Landes wiederfanden.
Auch in persönlichen Berichten und Literatur wurden die verschiedenen Dimensionen von Flucht und Vertreibung thematisiert. Micha Wulf erzählte davon, wie er in einem Boot aus der DDR geflohen ist. Die Lyrikerin Marie-Luise Harnisch präsentierte ihre Texte und Autoren wie die Bachmann-Preisträgerin Helga Schubert, Oliver Lück und Steffen Dobbert stellten ihre Bücher vor und kamen mit den Gästen ins Gespräch.
Am Abend haben Vyka und Band mit ihrer selbstgemachten Musik für Stimmung gesorgt.
Organisiert wurde die Kleine Festivität vom Förderverein Johanniter-Kirche Groß Eichsen e.V.
Das Theaterprogramm wurde unterstützt von der Friedrich-Ebert-Stiftung MV und WIR. Erfolg braucht Vielfalt.

