18. Mai – Ramper Uferfest der Diakonie

„WIR. Erfolg braucht Vielfalt“ gemeinsam mit Landtag vor Ort

Am 18. Mai feierte das Diakoniewerk Neues Ufer in Rampe sein „Uferfest“. Die ca. 5000 Besucher konnten sich neben regem Markttreiben, bei kulinarischen Leckereien und einem bunten Bühnenprogramm auch an zahlreichen Infoständen der Landesverbände und -initiativen über deren Arbeit und Angebote informieren. Auch der Landtag Mecklenburg-Vorpommern und die Initiative „WIR. Erfolg braucht Vielfalt“ waren mit vertreten und tauschten sich mit den Besuerinnen und Besuchern über die Themen Demokratie, Bürgerrechte und gesellschaftliche Vielfalt aus. Am Info-Stand bestand die Möglichkeit, Meinungen, Fragen und Anregungen zur Landespolitik zu äußern und bei einem Quiz das Wissen zur Landespolitik und -geschichte zu prüfen. Mit etwas Glück konnte man einen Besuch im Landtag – inklusive Schlossführung und Restaurantbesuch – gewinnen.

Das Diakoniewerk Neues Ufer ist seit Jahren ein engagierter Partner des WIR-Bündnisses. Z. B. haben Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter eine Weiterbildung zum Demokratieberater absolviert und wenden das Erlernte u.a. in Projekten mit Kindern und Jugendlichen an.

Übergabe einer DEMOKRATIEAKTIE im Wert von 5.000 Euro

Das Team des Gesundheitsparks AMSEE hat eine DEMOKRATIEAKTIE in Höhe von 5.000 Euro erworben.  Die symbolische Aktie wurde am 15. Mai durch Roswitha Bley an die Geschäftsführer Dr. Gunnar und den Sohn Hannes Thies übergeben. Mit dabei war auch der Geschäftsführer der RAA Waren/Müritz Christian Utpatel, der für die Jugend-Medienwerkstatt RABATZ 500 Euro aus dem Spendenvolumen für anstehende Projekte erhält.
Mit der persönlichen Übergabe bedankt sich die Initiative bei dem Unternehmen für die großzügige Spende. Das Unternehmen setzt hiermit nicht nur ein klares Signal für Demokratie und Weltoffenheit, sondern unterstützt auch die konkrete Arbeit von Vereinen und Initiativen, die sich mit ihren Projekten und Aktionen für die Demokratiestärkung in Mecklenburg-Vorpommern einsetzen.
Insgesamt wurden mit dem Spendenformat DEMOKRATIEAKTIE bereits rund 100.000 Euro erworben, wodurch landesweit über 900 Projekte und Aktionen realisiert werden konnten. Das Spendengeld kommt zu 100 Prozent der Arbeit in der Region zu Gute.

Dr. Gunnar Thies erklärt dazu:

Der Gesundheitspark Amsee unterstützt den von der kürzlich verstorbenen Landtagspräsidentin Sylvia Bretschneider initiierten Verein “WIR. Erfolg braucht Vielfalt“ durch Demokratieaktien und mit dem Spiel GG 20 zum Grundgesetz. Die Spiele sollen an interessierte junge und ältere Gäste des Hotels Amsee zur Verbesserung der Kenntnisse über die Grundrechte und die Prinzipien der Demokratie verteilt werden. Hierzu sind auch aus unserer Sicht die Förderung und der Schutz der Vielfalt in verschiedensten Belangen erforderlich. Die Unterstützung der Vielfalt ist nicht nur eine Überzeugung, sondern auch ein Prinzip der Natur. Wenn gerade jetzt erneut der Artenschutz in der Natur diskutiert wird, so wird klar, wie jede einzelne Art abhängig ist von der Vielfalt. Insbesondere Monokulturen führen zum Aussterben von Pflanzen und Tieren und zuletzt zum Sterben der Monokulturen selbst. Durch fehlenden Schutz der Vielfalt entstehende Monokulturen schaden aber nicht nur der Natur, sondern auch der menschlichen Gemeinschaft. Einsiedler, die ohne Austausch mit anderen leben, haben bekanntlich keine große Lebenserwartung. Auch Gruppen, Dörfer, Regionen oder Länder, die sich abschotten, haben keine große Entwicklungschance. Es fehlen ihnen die Erkenntnisse und Erfahrungen der anderen Menschen, die das Überleben sichern können.
Der Gegensatz zur Vielfalt ist die Einfalt. Setzt sich die Einfalt in einem Land durch und bestimmt zudem ein Diktator oder eine Machtclique das Zusammenleben, gibt es keine Vielfalt mehr. Einfalt lässt keine Alternativen zu und führt oft in eine Sackgasse, manchmal sogar im Alltäglichen zur Reduzierung, wie zu einheitlichen Wohnungen, Kleidungen, Nahrungsmittel, Frisuren usw.. Einfalt erzwingt schließlich auch einfältige Gedanken.
Große Kulturen, wie z.B. Griechen, Römer oder Perser sind dagegen durch die Durchmischung von Völkern und Kulturen verschiedener Regionen erfolgreich geworden. Für sie war die Vielfalt ein Überlebensprinzip das bis heute gültig ist. So ist der Erfolg der USA in Wirtschaft, Kultur und Politik nach dem 2. Weltkrieg nur entstanden, weil das Land Wissenschaftler, Künstler und Initiatoren aus vielen Ländern der Welt aufgenommen hat. Durch die Vielfalt in der Wissenschaft gelingt es heute überwiegend US-Amerikanischen Universitäten, Nobelpreise in die USA zu holen. New York wurde zur Kunstmetropole. Jazz, Blues und Rock wurden durch die Öffnung zur Afroamerikanischen Musik entscheidend weiterentwickelt und die Wirtschaft wurde durch die vielfältige Öffnung zu Märkten in aller Welt die größte Weltwirtschaft. Auch die Chinesen machen es bei aller Engstirnigkeit in Politik und Kultur derzeit vor, wie die Öffnung zur Vielfältigkeit zumindest zum wirtschaftlichen Erfolg führt. Denn die Chinesen haben sich in hoher Geschwindigkeit technische und wissenschaftliche Erkenntnisse zu Nutze gemacht und daraus inzwischen eigene Produkte entwickelt. Wer heute schreit „Deutschland statt Brüssel“ hat in seiner einfältigen Denkweise verkannt, dass auch Deutschlands Leistungen in Wissenschaft, Kultur und Wirtschaft nur möglich sind, weil das Grundgesetz Toleranz und Schutz für die Vielfalt gewährt und u.a. mit der EU eine vielseitige, kooperative Gemeinschaft entstanden ist, die sich gegenüber den anderen Weltmärkten behaupten kann.

Die Vielfalt ist vor allem dann gefährdet, wenn Einzelne oder kleinere Gruppen die eigenen Interessen mit Angstpropaganda durchzusetzen versuchen. Gerade hiergegen ist viel Aufklärung notwendig. Denn, wenn Menschen Angst vor fremder Vielfalt haben, liegt dies vor allem an der fehlenden Kenntnis des Fremden und der Bequemlichkeit, sich mit anderen als den eigenen Vorstellungen zu befassen. Beschäftigt man sich mit anderen Gedanken, Ideen oder Lebensweisen, hat man keine Angst mehr davor. Man kann vielmehr in Toleranz für das Andere aus dem vielfältigen Angebot abwägen und entscheiden, was man für richtig hält. Dies ist auch das Prinzip der Demokratie, nach dem sich Kandidaten und Parteien mit den vielfältigsten Ansichten zur Wahl stellen. Wir unterstützen daher die Initiative „WIR. Erfolg braucht Vielfalt“ auch als Bildungsinitiative für Toleranz und Demokratie.

Denn „Zu jeder politischen Richtung gibt es eine Alternative – aber es gibt keine Alternative zur Demokratie“ so auch der Grundsatz, der das Anliegen von „WIR. Erfolg braucht Vielfalt“ verdeutlicht.

 

Vorstellung Wahl-Studie am 07. Mai in Schwerin

Gib mir was, das ich wählen kann….

unter diesem Titel stellt die „Denkfabrik“ der Stuttgarter Neue Arbeit gGmbH in ihrer aktuellen Studie die Motive langzeitarbeitsloser Nichtwähler*innen vor, die sich von der gegenwärtigen Politik nicht einbezogen fühlen, aber dennoch politisch interessiert sind. Dazu findet von April bis Mai eine Vortragsreise durch Norddeutschland statt. Unter dem Titel: „Gib mir was, was ich wählen kann. Demokratie ohne Langzeitarbeitslose?“ macht sie auch in Schwerin Station und zwar am 7. Mai im Demmlersaal des Rathauses von 18:00 -20:00 Uhr.

Zum Inhalt der Studie: Je prekärer die Lebensverhältnisse der Menschen in einem Stimmbezirk sind, umso geringer ist deren Wahlbeteiligung, das ist schon länger bekannt. Wahlforscher Armin Schäfer sagt dazu: „Unsere Wahlergebnisse sind, gemessen an der Sozialstruktur der Wählerschaft, nicht mehr repräsentativ“. Bedeutet das, dass die bestehende soziale Spaltung unserer Gesellschaft  auch zu einer politischen Spaltung führt? Statistische Untersuchungen, die es zum Thema gibt, geben keine persönlichen Motive preis. Die Studie aus der „Denkfabrik“ schließt diese Forschungslücke. Eine methodische Innovation ist, dass bei der Erarbeitung der bundeweit angelegten Studie eine Gruppe vormals Langzeitarbeitsloser als gleichberechtigte Mitarbeiter*innen in das Team von Wissenschaftler*innen unter der Leitung von Prof. Franz Schultheis von der Universität St. Gallen integriert wurden. Wir freuen uns auf eine kritische und konstruktive Diskussion über die Ergebnisse und Folgerungen  aus der Studie mit Ihnen und weiteren Gesprächspartner*innen aus Politik, Verwaltung, Verbänden, Gewerkschaft, Kirche, Zivilgesellschaft, Wirtschaft – sowie denjenigen, deren Situation und Stimmung die Studie zum Ausdruck bringt.

Referent/innen: von Luise Janke und Jan Velimsky (Stuttgart)
Veranstalter: Bündnis „WIR. Erfolg braucht Vielfalt“, Erwerbslosenbeirat, Diakonisches Werk und Kirchlicher Dienst in der Arbeitswelt in Mecklenburg-Vorpommern
Moderation: Kirchenrat Markus Wiechert, Regierungsbeauftragter der evangelischen Nordkirche in Mecklenburg-Vorpommern

 

 

 

Übergabe „WIR-Vielfaltspreis 2019“ am 30. April

Auch in diesem Jahr hat die überparteiliche Initiative „WIR. Erfolg braucht Vielfalt“ im Rahmen des Filmkunstfestes Mecklenburg-Vorpommern bereits zum 8. Mal den „WIR-Vielfaltspreis“, der mit 1000,- Euro dotiert ist übergeben. Überreicht wurde der Preis im Rahmen der Eröffnungsveranstaltung des Filmkunstfestes von der 1. Vizepräsidentin des Landtags Beate Schlupp gemeinsam mit Ingo Schlüter, stellv. Vorsitzender des DGB Nord und Mit-Initiator von WIR. Erfolg braucht Vielfalt.

 

Die Initiative würdigt damit Filmschaffende, die sich mit Mitteln der filmischen Kunst mit gesellschaftspolitischen Themen auseinandersetzen und dabei Denkanstöße geben, die die gesellschaftlichen Grundwerte widerspiegeln. Werte wie Akzeptanz von Vielfalt, Solidarität, Weltoffenheit und Toleranz sind Stichworte, die auch in der filmischen Bearbeitung Fragen aufwerfen, künstlerisch aufgebrochen werden und zeigen oder darauf hinweisen, was sie mit uns und unserer Gesellschaft zu tun haben.

In dem Film „Wenn wir erst tanzen“ von Dirk Lienig, Dirk Heth und Olaf Winkler werden verschiedene Sichtweise dargestellt und in ihrer Entwicklung wird verdeutlicht, „was das Leben ausmacht“ und wie gemeinsame Erlebnisse die Menschen trotz ihrer Unterschiede zusammenschweißen. Der ehemalige Solotänzer des Mecklenburgischen Staatstheaters Dirk Lienig wird in dem dokumentarischen Film beim Aufbau einer Tanzkompanie in seiner Heimatstadt Hoyerswerda begleitet. „Der Film gibt nicht nur Einblicke in die Motive der Tänzer und in die Umsetzung des Projektes ‚Eine Stadt tanzt‘, sondern er wurde ausgewählt, weil er zeigt, was passiert, wenn eine Gruppe unterschiedlicher Menschen gemeinsam an einer Sache wirken, wie man dadurch seine Agonie überwinden kann und wie es gelingt, das Leben zum Tanzen zu bringen.“ so die Begründung der Initiative.